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Agnam Goly

... ein Dorf in Senegal ...

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Agnam Goly liegt in der Region Fouta im Norden Senegals, ca. 8 Kilometer vom Senegal-Fluß, der die Grenze zu Mauretanien bildet, entfernt. Für die Anreise aus der Hauptstadt Dakar benötigt man mit dem Sammeltaxi mindestens 12 Stunden.

Die ca. 2900 Einwohner des Dorfes und der Umgebung leben hauptsächlich von der Viehzucht und Anbau von Kouskous. Während der Regenzeit von Juli bis September/Oktober breitet sich der Senegal bis in die Nähe des Dorfes in der Sahelzone aus und überschwemmt das Land; daher ist Ackerbau während dieser Monate möglich. Der Anbau von Obst und Gemüse ist wegen unzureichender ganzjähriger Bewässerung und mangelnden Know Hows unterentwickelt. Die Heuschreckenplage vom letzten Jahr, die auch diese Region betroffen hat, könnte sich falls Larven im Boden sind heuer wiederholen.

Eine medizinische Versorgung der Bevölkerung ist kaum vorhanden. Die Behandlungsräume der Kranken- und Geburtsstation sind baufällig, extrem unhygienisch und schlecht ausgerüstet und die Säuglings- und Müttersterblichkeit ist hoch.

Die Region, das weit ab von den wirtschaftlichen und kulturellen Zentren des Landes liegt, ist für Tourismus uninteressant und wird von der Regierung stark vernachlässigt. Die Bevölkerung ist arm, aber man hat den Eindruck, dass jegliche, wenn auch noch so kleine Verbesserung auf fruchtbaren Boden stößt und eine Aufbruchsstimmung auslöst. Der Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft ist stark und solidarisch und die Gastfreundschaft ist groß.

Ca. 500 Kinder aus Agnam Goly und der Umgebung besuchen von der ersten bis zur achten Klasse die Dorfschule und annähernd alle Kinder gehen zur Schule, Mädchen genauso wie Burschen. Nur einige Wenige können anschließend das College in der Bezirkshauptstadt Matam besuchen. Die Kinder sprechen „Poular“ und lernen in der Schule Französisch.

Es gibt für die SchulabgängerInnen so gut wie keine Arbeitsplätze und die landwirtschaftlichen Erträge sind klimatisch bedingt sehr gering. Folglich wandern viele Jugendliche in die Städte ab, bzw. versuchen sich nach Europa durchzuschlagen.
Um dem entgegenzuwirken, gründete Mamadou Lamine Thiam den Verein AJAG – Association Jeunesse d´Agnam Goly und bat die Künstlerinnen Edith Lettner und Ragnhild Roed, die Dorfjugend zu unterstützen.

Mister Mamadou

Mamadou Lamine Thiam

: toucouleur_10@hotmail.com

: 00221 656 48 68

 Kunstworkshop in Agnam Goly 

2004 konnte die Malerin und Musikerin Edith Lettner mit Unterstützung der Unruhe Privatstiftung Papier und Farben in das Dorf Agnam Goly bringen und mit den Kindern der Schule malen. Ausgerüstet mit Farbstiften, Ölkreiden, Aquarellfarben und Papier im Format 50 x 70 cm arbeitete sie während eines einwöchigen Aufenthaltes mit den Schülern der 8 Klassen. Da die Kinder noch nie zuvor die Gelegenheit hatten, auf großflächigem Papier und mit Malfarben zu arbeiten, wünschten sich die Lehrer, dass jedes Kind der Schule einmal die Gelegenheit dazu bekommen sollte.

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Die Lehrer von Agnam Goly sind sehr engagiert und offen und waren diesem Projekt gegenüber äußerst positiv eingestellt.

Die Künstlerin konnte während ihres Aufenthalts im Dorf Informationen über die Lebensbedingungen der BewohnerInnen sammeln und einen Eindruck davon filmisch festhalten. Auf Wunsch der LehrerInnen und DorfbewohnerInnen wurde mit einem Teil des Projektgelds Strom in die Dorfschule eingeleitet.
Ein Teil der Kinderzeichnungen sowie eine Bilderserie, welche Edith Lettner selber während ihres Aufenthaltes in Agnam gemalt hatte, wurden im Rahmen der Biennale Dak’art off 2004 im Hôpital Fann präsentiert.

Mme. Florence Senghor und Dr. Alassane Seck mit Künstlern Ausstellungsgelände Ausstellungsraum Band des Hôpital Fann bei der Ausstellung
Bei dieser Ausstellung wurden die Zeichnungen aus Agnam Goly den Bildern der Maltherapiegruppe von
Ragnhild Roed und Künstler Beus
Dr. Alassane Seck, mit der die in Österreich lebende Malerin Ragnhild Roed in der Zwischenzeit gearbeitet hatte gegenübergestellt.

Diese Ausstellung und die Projekte fanden Niederschlag im Fernsehen, Rundfunk und Presse, was die Aufbruchsstimmung, welche Edith Lettner’s Aktion in Agnam Goly ausgelöst hatte noch verstärkte.


Soucabee Agnam Goly naa thialmina on
Khalleyou Agnam Goly gnougillene dii nouyon
Les enfants d´Agnam Goly vous saluient
Die Kinder von Agnam Goly senden ihre Grüße

Nach der Präsentation, unterstützt durch die Österreichische Botschaft, wanderten ca. 50 dieser Kinderbilder nach Österreich, wo sie die Basis für das zweite Projekt mit dem Titel: „Zugvögel- Kinderbotschaften jenseits von Grenzen und Sprachbarrieren“ --> siehe "Zugvögel" bildeten. Dabei handelt es sich um ein Kommunikationsprojekt zwischen SchülerInnen von 5 österreichischen Schulen und SchülerInnen aus Agnam Goly mit Hilfe ihrer Kreativität, das ebenfalls von der Unruhe Privatstiftung finanziert wurde.

Zugvögel - Kinderbotschaften jenseits von Grenzen und Sprachbarrieren

Für dieses Projekt kam Mamadou Lamine Thiam Anfang Jänner 2005 nach Österreich, um sein Dorf zu präsentieren. Den Auftakt machte eine Ausstellung in der Kunstwerkstatt Tulln, bei der die Kinderzeichnungen aus Agnam Goly Zeichnungen von Kindern der Tullner Volksschule VS I gegenübergestellt wurden. Eine zweite Gegenüberstellung in dieser Ausstellung bestand aus Malereien des Vereins Möve in Tulln und der Malgruppe des Hôpital Fann in Dakar basierend auf einem Projekt von Ragnhild Roed.

Gemeinsam mit Edith Lettner besuchte Mamadou Lamine Thiam österreichische, Schulklassen und beantwortete nach der Vorführung des Kurzfilms über Agnam Goly Fragen der Kinder. So erfuhren sie aus erster Hand über die Menschen und ihre Lebensweise in diesem senegalesischen Dorf. Die Fragen und Antworten wurden übersetzt; einige der Kinder ergriffen die Gelegenheit bei der Unterhaltung und beim Spielen mit Mamadou in den Pausen ihre Englischkenntnisse anzuwenden. Anschließend arbeiteten die SchülerInnen an kreativen "Botschaften" für die senegalesischen Kinder und manche gaben Mamadou auch Spielzeug mit.

Alle Klassen, die beim Projekt Zugvögel mitgewirkt haben, wünschen sich einen langfristigen Austausch mit SchülerInnen von Agnam Goly und machen sich Gedanken darüber, wie man sie unterstützen könnte.

Mamadou Lamine Thiam, Ragnhild Roed und Edith Lettner werden im April 2005 gemeinsam nach Agnam Goly reisen, die Kinderbotschaften, Dokumentationsmaterial (Film, Fotos) und Sachspenden übergeben und mit den einzelnen Klassen der Dorfschule an Antworten für die österreichischen Kinder der jeweils entsprechenden Altersgruppen arbeiten.

Ein kurzer Überblick über die Aktionen der am Projekt Zugvögel beteiligten Klassen:

VS I Tulln / NÖ Klasse 3c:

Lehrerinnen: Lisie Schuster und Christine Schatz.

Die SchülerInnen malten mit der Künstlerin Ragnhild Roed großflächige Bilder für Agnam Goly. Mit Edith Lettner erarbeiteten sie für eine Aufnahme ein improvisiertes Musikstück und stellten ihre Instrumente Cello, Violine, Klarinette, Blockflöte, Mundharmonika, Orff-Instrumente und Congas sowie ein österreichisches Lied vor.
Die Kinder möchten Zeichenblocks nach Agnam Goly schicken und konnten Tullner Apotheken dafür gewinnen, Medikamente und Verbandsmaterial zu spenden.

Vernissage in Tulln am 14. Jänner 2005 Vernissage in Tulln am 14. Jänner 2005 Vernissage in Tulln am 14. Jänner 2005

VS Yspertal/NÖ:

3. Klasse; Direktor Johann Schauer (http://www.vsyspertal.at.gs)

Die Kinder malten Bilder, wobei es ihnen ein besonderes Anliegen war, Motive zu wählen, die den Kindern in Agnam Goly unbekannt sind. Sie gaben Mamadou Spielzeug mit.

VS Pichling/Linz:

Klasse 1c, Ulrike Lettner - Klassenlehrerin

Die Kinder arbeiteten gemeinsam an einem Buch mit gemalten Bildern und Photos und brachten Mamadou das Rodeln bei.

VS Schönau/OÖ:

4. Klasse, Frau Direktor Atteneder und Lehrerin Heidemarie Url

Mamadou lernte unter der Anleitung der Kinder das Spiel „Himmel und Hölle“ zu basteln und hat nun ein „Himmel und Hölle“ von jedem Kind im Koffer. Im gleichen Kostüm wie die Kinder der Schule nahm er am Faschingsumzug von Schönau teil. Die Schule stellt Lehrmittel der alten Hauptschule zur Verfügung und plant beim nächsten Weihnachtsmarkt Schmuck aus Agnam Goly zu präsentieren.

Schulzentrum Ungargasse:

Klasse Hasch 3b, Frau Professor Andrea Motamedi.

Die Schülerin Lejla Karalic initiierte eine Präsentationsveranstaltung, die dem Dorf Agnam Goly gewidmet war, und eine Hilfsaktion als Abschlussprojekt im Fach Betriebswirtschaft. Gemeinsam mit ihren MitschülerInnen stellte sie die Kinderbilder aus Agnam Goly zunächst in der Schule aus, um sie dann an ihre MitschülerInnen und die ProfessorInnen zu versteigern. Der Reinerlös geht natürlich an die Schule von Agnam Goly und die Kinderbilder zieren nun Klassen- und Konferenzzimmer. Für die Präsentation wurde am Vortag gemeinsam mit Mamadou afrikanisch gekocht und nach der Filmvorführung vor den versammelten Schulklassen und der Diskussion mit Mamadou gab es afrikanische Musik und Tanz. Die Radiogruppe der Schule gestaltet einen Beitrag für Radio Orange und Lejla Karalic und ihre KollegInnen arbeiten an einem Fotoprojekt für die Schule von Agnam Goly.
Um eine langfristige Partnerschaft mit der Schule von Agnam Goly aufbauen zu können, wurde die Patronanz an die Klasse 1a der Handelsakademie des Schulzentrums übergeben.

Zugvögel 2006 - Textilwerkstatt in Agnam Goly

2006 möchten die KünstlerInnen in einer neuen Projektphase mit den Kindern Stoffe bemalen und batiken, Designideen erarbeiten und eine ständige Textilwerkstatt in der Dorfschule einrichten. Dort sollen Produkte erzeugt werden, die sich durch die Verbindung von Tradition mit neuen, originellen Ideen von den in dieser Region üblichen Waren abheben.
SchülerInnen, die im Juni 2006, die Schule abschließen, könnten in der Schneiderwerkstatt der Schule beschäftigt werden bzw. jüngere SchülerInnen anlernen. Wir möchten eine/n Schneider/in des Dorfs engagieren, die/der bei der Produktion hilft und eine Senegalesin, die mit Herrn Thiam die Vermarktung der Produkte vor allem in Senegal organisiert.

Die Kinderbilder aus Agnam Goly wurden in die Ausstellung „Enzyklopädie der wahren Werte“ von Jan Tabor im Künstlerhaus aufgenommen (Bericht Ö1 - Leporello). Mitte Jänner 2006 fand dort eine Präsentationsveranstaltung über Agnam Goly für Kinder und Erwachsene statt.

Zukünftige Projekte in Agnam Goly
    • Textilwerkstatt,
    • Kauf von Schulbüchern,
    • Bewässerung eines gemeinschaftlich genutzten Gartens,
    • Schulung in professionellem Gemüseanbau,
    • Startkapital für die "Bank der Frauen"
    • Verbesserung der medizinischen Versorgung
    • und vieles mehr...

Das größte Problem liegt in der medizinischen Versorgung:

Der einzige Arzt hat ca. 5000 Menschen zu betreuen. Die hygienischen Bedingungen der Geburtenstation, die gleichzeitig als allgemeine Behandlungsstation geführt wird, sind erschütternd.

Eingang Rettungswagen Rettungswagen innen Krankenzimmer
Kinderbett Behandlungsstuhl Behandlungsstuhl Behandlungsutensilien

Es fehlt an Geräten und geschultem Personal. Auch die Bandbreite der erhältlichen Medikamente ist sehr gering. Es treten häufig Komplikationen während der Schwangerschaft auf, die nicht entsprechend behandelt werden können.
Viele Frauen und Babys sterben bei der Geburt.

Das Projekt wurde bisher von der Unruhe Privatstiftung, der Österreichischen Botschaft in Dakar und vom Bundeskanzleramt – Sektion für Kunstangelegenheiten unterstützt.

Mit einem Teil der Unterstützungsgelder der Unruhe Privatstiftung wurde Strom in die Räume der Schule geleitet.

Mithilfe eines von Edith Lettner produzierten Kurzfilms auf DVD, der das Malereiprojekt in Agnam Goly zeigt, und das Dorf, die Bewohner und ihre Lebenssituation vorstellt, hofft die Künstlerin Sponsoren für weitere Projekte in Agnam Goly zu finden.

Ideen und Unterstützung durch Know-how und finanzielle Mittel
sind immer willkommen!


Impressionen

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